Böllerschützen
Chronik
von Brigitte Keller
1987
wurde das 100jährige Gründungsfest der Feuerschützengesellschaft 1887
Glonn-Zinneberg e.V. gefeiert. Zu dieser Zeit wurden auch Überlegungen laut,
eine Böllerschützengruppe zu gründen, um die vor fast 100 Jahren abgebrochene
Tradition wieder aufleben zu lassen. Initiator dieser Überlegungen war das
Gründungsmitglied des Schützenvereins Franz Abinger (verstorben 1998). Als
Organisator hat Fred Waschke die Gruppe aufgebaut und führt sie bis heute. Zu
den Gründungsmitgliedern 1987 zählen 10 Schützen: Johann Esterl, Leo
Fellermair, Lampert Gröbmayr, Roman Jirsak, Max Keller, Ernst Kleinmeier,
Wolfgang Loher, Fred Waschke, Martin Waschke und Heinrich Zettl.
Am
16.2.1987 wurde der Antrag zur Fachkundeprüfung für Böllerschützen gestellt und
die 10 Schützen absolvierten diese Prüfung dann am 18.7.1987 in Sauerlach. Am
14.12.1987 konnte der Antrag zur Erteilung der Schießerlaubnis gestellt werden,
die dann am 11.1.1988 erteilt wurde. Damit waren die formellen Voraussetzungen
für den ersten Auftritt geschaffen. Parallel wurde auch eine einheitliche
Schießkleidung beschafft. Man einigte sich auf einen Hut, den nur die
Böllerschützen tragen, Bundhose, Vereinsjoppe, eigene Strümpfe sowie einem
Bauchgurt mit eingestricktem Wappen der Feuerschützengesellschaft 1887
Glonn-Zinneberg e.V.
Beim
ersten Auftritt 1988 im Rahmen der Jahreshauptversammlung waren dann noch Georg
Staudenhechtl (Schußmeister) und Robert Esterl mit von der Partie. Noch 1988
traten Karl Leonhartsberger, Manfred Schärtl und Rudi Weichselbaumer den
Böllerschützen bei. Der erste öffentliche Auftritt war dann am 9.10.1988 beim
oberbayerischen Imkertag in München. Das Christkindlanschießen im Jahr 1988 am
Glonner Marktplatz wurde aus Sicherheitsgründen nicht mehr wiederholt, dagegen
wurde ein Jahr danach das 1. Sylvesterschießen in Glonn durchgeführt, dies wird
seither jährlich am Sylvestertag veranstaltet.
Die
Böllerschützen schießen bei Geburtstagen und Hochzeiten sowie Jubiläen.
Traditionell nehmen die Böllerschützen an den Böllerschützentreffen für Bayern
teil: 1. Teilnahme 1989 in Bad Füssing (Haslinger Hof); 1990: Riedering; 1994:
Gaimersheim; 1995: Würzburg; 1996: Ochsenfeld; 1997: Seeg/Allgäu; 1998:
Hofgiebing, 1999: Lohkirchen; 2000: Ruhpolding. 1990 tritt Josef Klingseis den
Böllerschützen als Schußmeister bei. Beim Einzug des WSV Glonn, beim
Feuerwehrfest in Schlacht, bei der Einweihung des umgebauten Autohauses Maier
sowie bei den üblichen Veranstaltungen wie z.B. Aufwecken, Geburtstage,
Jubiläen, Geburten sind die Böllerschützen zu hören.
1991
feiert der Patenverein Moosach Fahnenweihe, auch hier sind die Böllerschützen
mit von der Partie. Darüber hinaus findet auch beim Patenverein Berganger 1992
ein Schützenfest statt. 1993 werden wieder zwei neue Mitglieder aufgenommen.
Georg Brunnhofer und Heinz-Mathias Banzer legen ihre Böllerprüfung ab.
Geschossen wird bei Adler Kirchseeon, wo im selben Jahr auch ein Schützenfest
stattfindet, an dem die Böllerschützen lautstark vertreten sind. Endlich wird im
Jahr 1993 auch die Schießerlaubnis für ganz Oberbayern erteilt. 1994 kommen
Thomas Maier, Sebastian Hörl und Martin Straßmaier zu den Böllerschützen.
Bereits im Gründungsjahr wurde beschlossen, Neuaufnahmen nicht zuzustimmen,
wenn die Gruppe aus ca. 20 Schützen besteht, weil sie sonst zu unübersichtlich
und groß wird. 1994 stehen mehrere Veranstaltungen auf dem Programm.
Burschenfest in Schlacht, Veteranenfest in Glonn und 1200-Jahr-Feier der
Gemeinde Egmating.
1995
werden die Böllerschützen auch beim Glonner Dorffest aktiv. In diesem Jahr wird
erstmals die Maßkrugbahn aufgebaut, die seither jährlich für große Beteiligung
und Spaß sorgt. 1996 baute Georg Staudenhechtl einen Böllerstammtisch, der
seither inmitten des Schützenheimes zusammen mit der Böllerkanone seinen Platz
hat.
1997
wird Christian Niedermair als Böllerschütze aufgenommen. Geschossen wird am
Kreisfeuerwehrtag, der in diesem Jahr in Glonn stattfindet. 1998 wird von den
Böllerschützen die sog. 10-Jahr-Feier abgehalten - eigentlich ein Jahr zu spät.
Man trifft sich mit den Familien bei Max Keller und feiert ab Nachmittag bis in
die Nacht hinein.
1998
nimmt die Gruppe auch erstmals zwei passive Mitglieder auf, es sind Martin
Sarreiter und Sepp Pongratz, die als Fahnenbegleiter zur Gruppe gehören. In
diesem Jahr findet in Moosach das Veteranenfest statt, an dem sich die
Böllerschützen beteiligen. Die Böllerschützen müssen zur Abstimmung ihrer
Schußübungen natürlich auch üben. Zu diesem Zweck wird jeden 1. Sonntag im
Monat trainiert. Unter der Anleitung von Schußmeister Sepp Klingseis werden
bekannte Schußfolgen geprobt und neue einstudiert. Ab dem 75. Geburtstag eines
Schützenmitgliedes wird automatisch geschossen, bei anderen Geburtstagen
jeweils auf gesonderten Wunsch.
Ein
ganz besonderes Erlebnis war sicher das Böllerschießen im Olympiapark
anlässlich des 50-jährigen Bestehens des BSSB am 19.3.2000. 2000 Böllerschützen
stellten sich zum gemeinsamen Schießen um den Olympiasee auf. Für
Oberbürgermeister Christian Ude wird es ebenfalls unvergessen bleiben. Er
verspätete sich und musste um den halben See durch die Reihen der bereits
positionierten Böllerschützen laufen, um auf der Feuerwehrleiter das Kommando
geben zu können. Am 3.5.2000 wurde anlässlich des 70. Geburtstages von
Altbürgermeister Martin Sigl geschossen und am 16.7.2000 beim Feuerwehrfest in
Brunntal. Hier offenbarten sich auch die Gefahren des Böllerschießens. Das
Schießen dort musste abgebrochen werden, weil eines der Pferde nicht schußfest
war und "das Weite suchte", was es auch fand.
Im
Januar 2001 wurden wieder zwei aktive Mitglieder aufgenommen, Ernst Kleinmeier
jun. und Martin Sarreiter, um auch die jüngere Generation in die Tradition des
Böllerschießens einzubinden. Am 8.1.2001 ließen es die Böllerschützen zum 40.
Geburtstag von Schützenmeister und Böllerchef Fred Waschke krachen.
Die
Böllerschützen sind eine intakte und eingeschworene Mannschaft, die
Kameradschaft und Disziplin stimmt. So braucht sich die Gruppe und der Verein
um die Zukunft dieser traditionellen Brauchtumspflege keine Sorgen zu machen.